Probleme beim Ärztenachwuchs

15. 01. 2008

Auf Probleme bei der Gewinnung von ärztlichem Nachwuchs, Fragen der Finanzierung und der Struktur des Gesundheitswesens sowie der Arzneimittelsicherheit machten die Vertreter der Heilberufe am 9. Januar 2008 bei ihrem gemeinsamen Neujahrsempfang im Haus der Heilberufe in Magdeburg aufmerksam. Der Präsident der Ärztekammer, Dr. Henning Friebel, und der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt, Dr. Burkhard John, bezeichneten die Nachwuchsgewinnung als nach wie vor kritisch. Trotz vieler Maßnahmen gebe es keine Entspannung, weder im vertragsärztlichen noch im Krankenhausbereich. Friebel benannte die Ausbildung von Ärzten als für den Bedarf nicht ausreichend, John verwies auf die nach wie vor bestehende unterschiedliche Vergütung von Ost und West, die Ärzte nicht ermutige, sich in Sachsen-Anhalt niederzulassen. Er verwies auf die Chance, dass mit der Einführung des Gesundheitsfonds im Jahr 2009 eine Angleichung der Vergütung möglich sei. Komme der Gesundheitsfonds nicht, werde die KV Sofortmaßnahmen zur Sicherung der ambulanten medizinischen Versorgung fordern. Nur bei bundesweit vergleichbarem Honorarniveau könne dem Ärztemangel erfolgreich entgegengewirkt werden. Mit Blick auf die Rolle der KVen erklärte John: "Die KVen wirkten zwar manchmal nach außen wenig innovativ. Aber auch Giganten können sich ändern und es ist uns damit sehr ernst."

Die Ministerin für Gesundheit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Gerlinde Kuppe, dankte den Heilberuflern in ihrem Grußwort zum Neujahrsempfang für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr. Besonders erwähnte sie die Zusammenarbeit bei der Pandemie-Übung des Landes "Lükex", die mit erheblichem Aufwand absolviert und erfolgreich gemeistert wurde. Kuppe betonte, dass auch das Land weiter aktiv sein werde, um dem Ärztemangel entgegenzuwirken, so u.a. mit einer Initiative der Gesundheitsministerkonferenz.

Die Heilberufler verwiesen in ihrer gemeinsamen Presseerklärung darauf, dass keine der Reformen der vergangenen Jahre bewirkt habe, dass strukturelle oder Finanzierungsfragen des Gesundheitswesens gelöst worden wären. Gesetzliche Neuregelungen basierten weder auf gründlicher Analyse noch würden Neuregelungen auf ihre Wirkungen ausreichend untersucht.