Mobile Praxisassistentin

Sachsen-Anhalt startet Modellprojekt "Mobile Praxisassistentin"

21. 12. 2007

Nun hat auch Sachsen-Anhalt seine mobile Praxisassistentin. Gesundheitsministerin Dr. Gerlinde Kuppe, der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt, Dr. Burkhard John, und der Bevollmächtigte des AOK-Vorstandes, Uwe Deh, gaben am 21. Dezember 2007 mit einer Pressekonferenz den Start für das Modellprojekt, mit dem die medizinische Versorgung insbesondere im ländlichen Raum verbessert werden soll. Die Laufzeit ist zunächst auf drei Jahre angelegt, ab Mitte 2008 steht es auch für andere Krankenkassen offen.

Die Vertragspartner Kassenärztliche Vereinigung und AOK Gesundheitskasse verständigten sich darauf, in zunächst drei Regionen mobile Praxisasstentinnen einzusetzen.. Dies sind Gardelegen und Umfeld, Hasselfelde-Stolberg-Harzgerode sowie Bördekreis-Oschersleben-Wanzleben. Das Gesundheitsministerium finanziert die wissenschaftliche Begleitung des Projektes. Dafür konnte das Institut für Community Medicine an der Universität Greifswald gewonnen werden, welches bereits Gemeindeschwester-Modelle in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen betreut.

Gesundheitsministerin Kuppe äußerte sich erfreut: "Mit der mobilen Praxisassistentin stellen wir uns offensiv den demografischen Herausforderungen. Die Menschen werden immer älter. Das ist gut so. Mit dem Alter steigt aber nicht selten auch die Immobilität. Wir benötigen mehr aufsuchende Versorgungsstrukturen. Nicht der Hilfesuchende muss sich auf den Weg machen, sondern der Helfende geht zu dem, der Unterstützung benötigt." Kuppe bedankte sich bei der AOK und der KV für ihr Engagement bei der Umsetzungdes Projektes. Kuppe sagte: "Wir starten ein sehr ambitioniertes Projekt auf einem hohen inhaltlichen Niveau. Erfahrungen, die mit dem Projekt in anderen Bundesländern gemacht wurden, greifen wir auf. Mit dem Institut von Prof. Hoffmann der Uni Greifswald haben wir dafür einen wichtigen Partner gewonnen." Die Ministerin betonte weiterhin, dass die mobile Praxisassistentin In Sachsen-Anhalt von Anbeginn solide finanziert wird. Das Projekt ist damit über die Modellphase hinaus lebensfähig.

Dr. Burkhard John ergänzte: "Die Zunahme chronischer Krankheiten wird dazu führen, dass in Zukunft neue Strukturen in der hausärztlichen Praxis notwendig werden. Nicht alles kann und muss der Hausarzt selbst erledigen, viele Aufgaben sind delegierbar. Die Entlastung bei der Betreuung von Patienten im häuslichen Umfeld stellt einen ersten wichtigen Schritt dar. Hier können besonders qualifizierte Arzthelferinnen in enger Abstimmung mit dem Hausarzt sehr viele Aufgaben übernehmen. Die Helferinnen kennen die Patientinnen und Patienten oft schon Jahre lang aus der Praxis, es besteht ein intensives Vertrauensverhältnis und die Kommunikation mit dem betreuenden Hausarzt ist innerhalb der Praxis reibungslos und ohne Zeitverzögerungmöglich."

"Ältere Menschen, die an diesem Projekt teilnehmen, müssen nun nicht mehr für Routineuntersuchungen extra in die Praxis kommen. Dieser neue Service im AOK-Hausarztprogramm erspart ihnen und ihren Angehörigen Zeit und Wege. Mit dieser neuen Leistung wollen wir Lösungen in Sachsen-Anhalt anbieten, die sich an den Bedürfnissen der den Menschen hier orientieren und ihnen direkt zu Gute kommen", erläuterte Uwe Deh, designierter Vorstand der AOK Sachsen-Anhalt, die Vorzüge des Modellprojekts "Mobile Praxisassistentin".

Dr. Neeltje van den Berg vom Institut für Community Medicine der Uni Greifswald betonte: "Mit Sachsen-Anhalt engagiert sich aktuell das vierte Bundesland in der Weiterentwicklung des arztentlastenden AGnES-Konzeptes der Universität Greifswald. Das Projekt in Sachsen-Anhalt besitzt dabei durch sein innovatives Finanzierungskonzept eine besondere Zukunftsfähigkeit."