Bayern scheint unter Realitätsverlust zu leiden!

Vorsitzende der Ost-KVen kritisieren scharf den Vorstoß des bayerischen Gesundheitsministers Söder

18. 02. 2009

Als „egoistisch“ und „in der Sache ebenso realitätsfern wie abwegig“ haben die Vorsitzenden der ostdeutschen kassenärztlichen Vereinigungen den jüngsten Vorstoß des bayerischen Gesundheitsministers Söder bezeichnet. Scharf kritisiert wird seine Ankündigung, im Bundesrat eine Initiative gegen die Honorarreform zu starten, um die „alten Zustände“ wieder herzustellen. 

Der Sprecher der Ost-KVen, Dr. med. Hans-Joachim Helming, stellt dazu fest: „Diese Form der Besitzstandswahrung ist ignorant. Wir haben ein solidarisch finanziertes Gesundheitswesen. Da sind solche Ansprüche, wie sie Herr Söder formuliert, absolut unpassend.“ Dessen Forderung, dass „wenn die Bayern mehr Beiträge zahlen, davon auch mehr in Bayern übrig bleiben“ müsse, widerspreche eklatant dem Solidaritätsgedanken. 

Dieses „Zurück in die Zukunft“ würde die Menschen in anderen Bundesländern, vor allem aber jene im Osten, massiv benachteiligen. „Weniger Geld für ambulante Medizin heißt immer auch weniger Behandlungsmöglichkeiten“, so Dr. Helming. Wie Herr Söder diese Realität mit seiner Grundhaltung als Politiker der Christlich Sozialen Union in Einspruch bringt, sei erklärungsbedürftig. „Auch heute noch stehen uns in den neuen Bundesländern nachweislich weniger Finanzmittel zur Versorgung der Versicherten zur Verfügung - in Bayern sind es übrigens 482 Euro pro Versicherten, in Brandenburg beispielsweise 408 Euro. Und dies, obwohl im Osten mehr ältere Menschen und mehr chronisch Kranke medizinisch zu versorgen sind.“ 

Diese Wirklichkeit scheine jedoch für Herrn Söder keine Rolle zu spielen. Ebenso wie die Tatsache, dass man sich offensichtlich nicht mehr an jene Zeiten erinnern will, in denen der Freistaat massiv finanziell durch die anderen Bundesländer unterstützt wurde, so der brandenburgische KV-Chef. 

 

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